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                                         " Und die Nacht wird leuchten wie der Tag ..."

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Das Exsultet

Der Name Exsultet leitet sich, ähnlich wie bei anderen Gebeten (z.B. Gloria, Credo), vom ersten Wort des lateinischen Textes ab. Unter „Exsultet“, d.h. "Frohlockt", versteht man den Osterlobpreis, der auf dichterischer Weise das Geheimnis der Osternacht zusammenfasst.





Exsultetrollen


Der Brauch, den Text aus einer Rolle und nicht aus einem Buch zu singen, ist nicht darauf zurückzuführen, dass es im 10.Jh. keine Bücher gab. Der Codex ist schon seit dem vierten Jahrhundert die übliche Buchform. Längst vor den Exsultet-Rollen sind prachtvoll illustrierte Handschriften entstanden. Der Grund für die Niederschrift auf eine Rolle, die nicht wie die Buchrollen im Judentum von rechts nach links, sondern von oben nach unten zu lesen ist, scheint vielmehr die besondere Hervorhebung des Osterlobpreises zu sein.




Das Ergebnis ist eine bisher nicht übertroffene Einheit und Festlichkeit der Liturgie, bei der der melodiöse Gesang des Exsultet von ausdruckstarken Bildern unterstützt wird. Die Bilder wurden sehr bald in umgekehrter Laufrichtung gemalt, damit das Volk sie betrachten konnte, während der Diakon bei Fortschreiten des Gesanges weiterhin das meterlange Pergamentband vom Ambo abrollte. Die Bilder selbst sind eine Deutung und Vertiefung des Geheimnisses der Osternacht.


Individuelle Anfertigung von Exsultet-Rollen auf Anfrage

atelier*mariendonk.de

 

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Das Exsultet: Ein Siegeslied

von Sr. Clara Vasseur OSB, Abtei Mariendonk"Frohlocket, jetzt im Himmel, ihr Chöre der Engel, frohlocket ihr himmlischen Scharren .... preiset den Sieger, den erhabenen König!"

Der strahlende Jubelruf, der am Anfang der Osternacht erklingt, ist nichts anderes als ein Siegeslied. Es ist das Lied derer, die sich im Himmel und auf Erden und zusammen mit der ganzen Schöpfung über die Auferstehung Jesu Christi freuen. Es ist auch das Lied aller, die unter den vielfältigen Formen der Sünde gelitten haben. Keine Gegensätze im Ausdruck können stark genug sein, die unerhörte Botschaft kundzutun. Hier wird ein alter "Schuldbrief ausgelöscht", ein Volk "auf trockenem Pfad durch Fluten geführt", ein "Tyrann entwaffnet." Hier wird "der Sohn dahingegeben, um den Knecht zu erlösen", hier "wird die Nacht zum Tag." Alles, was der Mensch als Begrenztheit, Dunkelheit, Endlichkeit, Krankheit, Gebrechlichkeit usw. kennt, wird durch die einmalige Rettungstat Gottes überwunden, denn "gesiegt hat der große König"! Vielleicht ist dieses Bild uns heute fremd geworden, doch wenn wir zu den Tympana der romanischen Kirchen emporschauen, wissen wir, was und wer gemeint ist. Der in Herrlichkeit thronende Christus hält die Arme weit ausgebreitet wie am Kreuz. Er umfasst Himmel und Erde. Es geht also nicht um einen irdischen Herrscher, sondern um den, "der Gott gleich war, aber nicht daran fest hielt, wie Gott zu sein, sondern sich entäußerte und wie ein Sklave und den Menschen gleich wurde, um den, der sich erniedrigte gehorsam bis zum To war, bis zum Tod am Kreuz" (Phil 2,6-8) und "nur für kurze Zeit unter die Engel erniedrigt wurde" (Heb 2,7). Weil er sich Gott so unterworfen hat, wurde er " über alle erhöht und Gott hat ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen, damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu" (Phil 2,9-10).

In das Siegeslied des Königs stimmen alle ein, die ihre "Herzen erheben", die sich nach ei-nem Tag sehnen, der keinen Untergang mehr kennt, einem glanzvollen Tag erhellt durch die Flammen tausender brennender Kerzen. Wer einen solchen Tag erwartet, wer nach einem Le-ben in Fülle dürstet, und bereits jetzt als kostbarstes Geschenk seines Lebens die Beziehung zu Christus erfährt, für den zählt das Exsultet zu den Juwelen des Kirchenjahres. Er lauscht voll Spannung und Freude den ersten Takten des Siegesliedes. Zwar übersteigt die Freude ü-ber die Auferstehung jede menschliche Ausdrucksmöglichkeit und dennoch wird in der öster-lichen Verkündigung des Exsultet der ganze Mensch angesprochen. 



Nicht umsonst wurde im Mittelalter vor allem in Süd-Italien, das Exsultet auf langen Perga-mentrollen statt auf Codices geschrieben. So wurde durch Betrachten der z.T. sehr reichen Bilder das Auge, wie das Ohr durch den Gesang, reich beschenkt. Der Geruchsinn durfte sich am Duft der Kerze aus reinem Bienenwachs erfreuen. Das Exsultet stellt im wahrsten Sinne des Wortes eine dreidimensionale Verkündigung der Osterbotschaft dar: Es lebt im Klang, im Bild und im Wort. Es spricht den Menschen an, der sich der Freude der Engel voll Staunen anschließt: "O unfassbare Liebe des Vaters", "O heilbringende Sünde", "O glückliche Schuld"!

Allein Gott vermag alles zu verwandeln: die Sünde in Gnade, die Nacht in Tag, den Tod in Leben. Alle biblische "Siegeslieder": vom Lied des Mose nach dem Durchzug durch das Rote Meer (Ex 15,1) angefangen bis zum Lobgesang einer großen Schar" vor dem Thron des Lammes (Offb 19,6) bringen diese Überzeugung zum Ausdruck. Im Exsultet weht der Geist, der die Worte einer Debora oder Judith inspiriert hat. Diese Lieder besingen den Untergang des Feindes, den Sieg des Herrn sowie der Glanz derer, die in Gott ihren Retter gefunden ha-ben. "So gehen deine Feinde zugrunde, Herr. Doch die, die ihn lieben, sind wie die Sonne, wenn sie aufgeht in ihrer Kraft." (Deboralied, Richter 5,31).

"Ich singe meinem Gott ein neues Lied; Herr, du bist groß und voll Herrlichkeit. Wunderbar bist du in deiner Stärke, keiner kann dich übertreffen. Dienen muss dir deine ganze Schöpfung... Kein Mensch kann deinem Wort widerstehen. Meere und Berge erbeben in ihrem Grund, vor dir zerschmelzen die Felsen wie Wachs. Doch wer dich fürchtet, der erfährt deine Gnade" (Judith 16, 13-15).

Das Lied, der Lobgesang, lädt immer zur Mitfreude, zum Feiern ein. Ein "neues Lied", wie es so oft in den Psalmen heißt, zu singen, war die nicht immer leichte Aufgabe des Diakons. Er war dazu gehalten, Jahr für Jahr ein neues Exsultet zu schreiben bis eines Tages festgeformte Texte freiere Formen verdrängt haben. Doch auch alte Lieder können in uns immer neu Freu-de erwecken. Denn sie werden HEUTE gesungen und ihr Inhalt geschieht ebenfalls in dem HEUTE der Liturgie.

Das Exsultet ist die Entfaltung des ersten Auftakts der Osternacht, nämlich des Rufes "Christus, das Licht". Dieser Text ist durchformt durch die biblische Sprache. Wer täglich das Benedictus, das Lied des Zacharija, oder das Magnificat betet, wird sie leicht im österlichen Lobpreis wiederfinden. Denn dort heißt es: "Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! ...Denn er hat uns einen starken Retter erweckt... Er hat uns errettet vor unseren Feinden..." und hier " Dies ist die selige Nacht, in der Christus die Ketten des Todes zerbrach und als Sieger aus der Tiefe emporstieg." 


"Meine Seele preist die Größe des Herrn, denn er hat auf seine niedrige Magd geschaut", das ist ebenfalls das unsichtbare aber stets gegenwärtige Thema des Exsultet, denn es heißt, dass der Diakon ohne jeglichen Verdienst "aus reiner Gnade" in die Schar der Leviten einberufen wurde. Wenn in Magnificat gesagt wird, dass "die Hungernden mit seinen Gaben beschenkt werden", so im Exsultet "die Trauernden mit Freude". Diese Lieder wecken in uns die Erinnerung an die Wundertaten Gottes und stärken das Gespür für sein Heilswirken. Wenn seine Magd, die Jungfrau Maria, die Wunder des Herrn so besingen konnte, dass nach ihr Generati-onen von Menschen ihre Worte nachsprechen können, so kann das Exsultet nach Jahrhunder-ten auch uns einen neuen Zugang zum österlichen Heilsmysterium verschaffen.

Das Geschenk, das Christus verheißt und im Exsultet besungen wird, untersteht nicht unserer Macht, es wird uns aus reiner Gnade zuteil. Es ist ein Leben ohne Ende, ein Leben, dass be-reits in der Taufe zu keimen begonnen hat. "Denn das Leben wäre kein Gewinn für uns, hätte uns der Erlöser nicht das Leben gewonnen". Es heißt, dass wir bereits das weiße Kleid ange-zogen haben, dass wir "mit Unvergänglichkeit bekleidet wurden". So führt das Exsultet das Wort des Apostels Paulus über die Auferstehung Jesu Christi weiter aus: "Verschlungen ist der Tod vom Sieg. Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel?" (1 Kor 15, 54-55).

Aus der Ausgabe April 2007 der Zeitschrift TeDeum 


Wer mehr zum Thema lesen möchte, dem sei das Buch von                  Schwester Clara Vasseur OSB herzlich empfohlen.

Format DIN A4, 118 Seiten durchgehend farbig, gebunden. Bestandteil des Buches ist eine CD mit einer vorzüglichen Aufnahme des Exsultet und weiterer Werke aus dem Mittelalter und der Renaissance aus dem Umkreis der österlichen Festzeit.

ISBN 978-3-87071-160-3





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